Fußbodenheizung nachrüsten durch Einfräsen – meine Erfahrung
In diesem Artikel berichte ich, wie ich eine Fußbodenheizung im Obergeschoss selbst nachgerüstet habe – durch Einfräsen des vorhandenen Estrichs. Warum ich das gemacht habe und wie der Weg dahin aussah.
Achtung: Ich bin Informatiker und kein Handwerker. Alles, was ich hier schreibe, ist Halbwissen und ich übernehme keine Haftung.
Ziel
Umstellung einzelner Zimmer auf Fußbodenheizung (FBH) ohne große Änderungen an der Heizkreisverteilung. Deshalb fräse ich selbst die Fußbodenheizung ein und ersetze damit den Heizkörper im Zimmer. Der Anschluss soll direkt an den bisherigen Heizkörperanschluss geschehen.
Vorbedingungen
In unserem Einfamilienhaus hat bis 2022 eine Viessmann-Ölheizung aus dem Jahr 1996 ihren Dienst verrichtet. Da mir das zu teuer und zu dreckig war, habe ich auf eine Wärmepumpe umgestellt.
Jetzt arbeitet eine Jeisha 9 kW T-CAP Monoblock von Panasonic vor dem Haus – zu meiner vollsten Zufriedenheit. Im Haustechnikdialog-Forum habe ich dazu viel Hilfe bekommen.
Wer sich grundsätzlich zum Thema FBH einlesen möchte, findet in Fußbodenheizung – was du vor dem Einbau wissen solltest die Basics zu Vorlauftemperatur, Bodenaufbau und Dämmung.
Hydraulikschema
Bisher waren Fußbodenheizung (Erdgeschoss) und Heizkörper (Obergeschoss und Keller) als zwei getrennte Heizkreise ausgeführt. Bei der Umstellung auf Wärmepumpe habe ich die beiden Kreise einfach mit einem T-Stück parallel geschaltet. Jetzt arbeitet nur ein Heizkreis über alle Systeme (FBH und auch Heizkörper). Mein Ziel war es, die Architektur so einfach wie möglich zu halten.
Nachteil: Das Untergeschoss ist jetzt sehr warm und die Räume mit den Heizkörpern werden nicht mehr richtig warm.
Alternativen
Ich habe Typ-22-Heizkörper verbaut. Ich habe auch einige PC-Lüfter unter die Heizung gebaut, aber bei einer Vorlauftemperatur von 35 °C bei −10 °C Außentemperatur – da helfen auch Heizungslüfter nicht wirklich viel.
Ich könnte sicherlich auch mit Typ-33-Heizkörpern experimentieren – aber das ist mir zu viel Aufwand für einen Test. Also machen wir es gleich richtig und stellen auf FBH um.
Heizkreisverteiler oder RTL-Ventil?
Mein erster Plan war, einen Heizkreisverteiler zentral im Obergeschoss zu installieren – aus folgenden Gründen:
- Weil das alle so machen
- Ich bin mir dann sicher, dass der Volumenstrom richtig passt
- Einfache und sehr genaue Einstellung einzelner Kreise
- Ganz ohne Temperatursteuerung / Thermostate – weil ich das sowieso nicht benötige
Nachteile Heizkreisverteiler
- Ich müsste den Verteiler zentral im Flur installieren. Das würde bedeuten, dass ich auch im Flur fräsen muss.
- Ich will die Zimmer nacheinander umrüsten und nicht alles gleichzeitig.
- Zusätzlicher Aufwand für die Anbindung: Dafür müsste ich vom Keller neue Rohre bis ins OG ziehen.
Vorteile RTL-Ventil
Statt eines Heizkreisverteilers werde ich eine „normale" RTL-Box verwenden. Diese wird in den Rücklauf gebaut und steuert den Durchfluss über drei Regler:
- Einen normalen Durchflussbegrenzer nutze ich für die Einstellung des Volumenstroms.
- Das Thermostat für die Raumtemperatur werde ich vermutlich nicht oft nutzen – es wird immer auf 5 stehen. Man regelt besser über den Durchflussbegrenzer.
- Den Rücklauftemperaturbegrenzer lasse ich komplett offen. Den braucht man nur, wenn man die FBH an einen Heizkreis für Heizkörper (mit hohen Temperaturen) anschließen möchte.
Für den Einsatz eines RTL-Ventils sehe ich folgende Vorteile:
- Ich kann das Ventil direkt an die Stelle setzen, wo vorher der Heizkörper war.
- Die geringe Einbautiefe von 57 mm ermöglicht es, die komplette Box in die Wand zu setzen.
Weitere Fragen
Warum fräsen und nicht einfach neuen Estrich rein?
- Nach einer kurzen Trocknungszeit kann das Zimmer direkt wieder eingeräumt werden. Neuer Estrich hat eine sehr lange Trocknungszeit von mehreren Wochen.
- Estrich selber einfüllen traue ich mir nicht zu. Der aktuelle Estrich ist super eben, das würde ich selbst niemals so hinbekommen.
Warum selber fräsen und nicht fräsen lassen?
Im ersten Schritt habe ich versucht, einen Handwerker in der Umgebung zu finden, der das Fräsen der Fußbodenheizung übernehmen würde. Leider habe ich niemanden gefunden – alle würden gegebenenfalls neuen Estrich einbauen.
Im zweiten Schritt habe ich überregional agierende Firmen angeschrieben. Da habe ich auch zwei Angebote erhalten. Aber das war jeweils nur mit Heizkreisverteiler, und der Preis war für mich nicht wirklich attraktiv.
Woher bekommt man eine Fußbodenfräse?
Man kann Fräsen zwar kaufen, aber für zwei bis drei Zimmer lohnt sich das nicht.
Den einzigen Anbieter, den ich gefunden habe, ist Boels. Dort kann man eine Fräse inklusive Zubehör ausleihen. Ich habe schon Kontakt aufgenommen und bin gespannt, wie das laufen wird.
Projektplanung
Komponenten
Folgende Komponenten plane ich für den Einbau:
- RTL-Box mit Raumthermostat
- 16-mm-Rohr für die Fußbodenheizung
- Für den Anschluss von zwei oder drei Heizkreisen werde ich Y-Verteiler einsetzen. Wenn ich das in Kaskade mache, kann ich theoretisch beliebig viele Heizkreise anschließen. Nachteil: Ich kann die Heizkreise nicht einzeln regeln. Wenn ich aber alle Kreise etwa gleich lang ausführe, sehe ich darin kein Problem – eine zentrale Steuerung pro Raum reicht mir.
Ablauf
Der Ablauf sollte ganz einfach sein:
- Fräsen von zwei oder drei Kreisen
- Anschluss der FBH
- Einschlämmen der FBH. Im Haustechnikdialog-Forum wird Weber-1-20-Ausgleichsmasse empfohlen. Die ist schön dünn, damit sie gut unter die Rohre laufen kann – das ist besser für die spätere Wärmeübertragung.
Fortsetzung folgt …